Kategorie: Weingut Egon Müller

Weingut Egon Müller, Scharzhof in Wiltingen an der Saar

Es gibt Weingüter, bei denen sich jede Einordnung erübrigt. Der Scharzhof ist eines davon. Seit 1797 in Familienbesitz: Damals ersteigerte Jean-Jacques Koch das Anwesen, nachdem der Trierer Klosterbesitz in der französischen Zeit beschlagnahmt worden war. Seit 1991 führt Egon Müller IV. das Haus.

Schon 1900 waren die Scharzhofberger auf der Weltausstellung in Paris vertreten. Heute gelten die restsüßen Scharzhofberger Rieslinge als Maßstab, die Auslesen und Trockenbeerenauslesen erzielen auf Versteigerungen regelmäßig Spitzenpreise.

Stärken & Qualitäten

  • Der Scharzhofberg: Wahrscheinlich schon von den Römern bepflanzt, über Jahrhunderte im Besitz des Trierer Klosters St. Maria ad martyres. Von den rund 28 Hektar der Lage gehören dem Weingut gut 8 Hektar.
  • Wurzelechte Altreben: Eine Parzelle trägt Reben auf eigener Wurzel, teils noch aus dem 19. Jahrhundert.
  • Saar statt Mosel: Verwitterter Devonschiefer in Steillage, dazu das kühlere Klima des Saartals. Das ergibt die karge, hochfeine Stilistik, die Saar-Rieslinge von der Mosel unterscheidet.
  • Traditionell im Keller: Vergoren wird im Fuderfass oder im Edelstahl, meist spontan. Oft stoppt die Gärung im kühlen Keller von selbst, bevor der Wein trocken ist.
  • Le Gallais: 1954 erwarb Egon Müller III. das benachbarte Gut Le Gallais mit Parzellen in den Wiltinger Lagen Kupp und Braune Kupp, zur Hälfte gekauft, zur Hälfte gepachtet.

Egon Müller III. kehrte im August 1945 aus dem Krieg zurück. Seine erste Ernte ergab aus 7,4 Hektar gerade einmal 1.200 Liter Riesling. Von ihm stammt der Grundsatz, dass die Qualität eines Weins zu 100 Prozent im Weinberg entsteht.

Egon Müller: der Maßstab für Saar-Riesling, filigran, schwerelos und von endloser Länge.